23. Januar 2005
Freitag Abend war ganz schon tough spun. Nach dem Scart-Spiel ging es los um 10 Stunden. Zuerst ging ich in die Color Bar am alten Schnittplatz, da kommst du mit dem 910er Shuttle hin oder du jogst.
Ein paar Auflagemaß dort, und schon war der Pegel erreicht. Ich traf Anna, doch analog wie immer und sie zeigte mir wieder einmal die Schwarzschulter. Die Musik war scheiße: Black Level zu hoch.
Als ich bereits jenseits des Normpegels war, kam einer mit eben so hoher Brennweite auf mich zu. Ich traf nicht den richtigen Ton und sein Belichtungsmesser blitzte im Kunstlicht. Ich hatte kaum Handlungsachse, und schon hatte ich einen Kopfspalt. Für einen Moment war Mattscheibe und ich sah nur rot, grün und blau.
Ich ging nicht, wie üblich, die Grautreppe hoch, aus dem Tor hinaus. Stattdessen floh ich direkt über die Schutzleiter, ohne dass ich mich an der Kreuzschiene festhielt.
Meine Niere tat weh, und auch meine Keule. Es stand mir alles bis zum Knie. Tiefpass. Ich lief ein wenig am Bandfluss entlang, bis zur Bridge am Alphakanal, um Ruhe ins Bild zu bringen und mich von dem Ausreißer zu erholen. So begann ich, die Sache wieder Objektiv zu sehen und mir ging ein Kopflicht auf.
Das Starlight hatte vorher ordentlich die Kopftrommel gerührt, und so folgte ich der Mehrspur dorthin.
Doch die Überraschung: Der Opener ließ mich nicht rein. Ihm passte mein Format nicht. Es war so ein 16:9-Schrank. "Ich steh doch auf der Schnittliste," rief ich, "Ich bin hier Neumann!" "Watt? Erzähl mir doch keine Storybords und halt die Klappe. Ich zähl von 4 zu 3 und jetzt mach ganz schnellen Rücklauf."
Da kam von mir kein Feedback mehr. Er wollte Aktivboxen und gab mir den PAL-Fußtritt.
Ich landete auf dem Rasen zwischen den Spuren und dachte, das ist das ND.
Nach ein wenig Abspann auf einer Picturebank lief ich zurück und verlangte das Führungslicht zu sprechen. Dieser Chef vom Dienst hatte eine gigantische H-Lücke, das war schon fast eine Glatze, aber er hatte Güte und meinte: "DAT is kein Problem".
Einen Jump-Cut später war ich drin. Ich bekam Free Run und bestellte mir einen Filmkorn, 8 Bit und einen Filler. Dass sich die Phase an diesem Abend noch so drehen könnte, freute mich so, dass ich einen Achsensprung machte. Was für ein Kontrast!
Außerdem sagte der Master seinen Slaves, dass ich den ganzen Abend Shots umsonst haben könne - mit ordentlich Volt. Schnell hatte ich mir dynamisch einen eingebrannt und mich störte auch nicht, wer sich in dem Laden die Klinke in die Hand gab. Es war eine Spulen-Bar.
In der Weite, einige Frames entfernt, registrierten meine Linsen zwei Kugeln formatfüllend im Blickwinkel. Mein Farbbalken wuchs auf 35 mm und die Sensorzellen waren erregt. Obwohl ich unter Spannung stand, musste ich unbedingt in ihren Headroom vorstoßen, hatte ich doch schon so lange nicht geBurstet.
Ihr Ausschnitt war einfach scharf, deswegen schlich ich zu ihr in den Randbereich. Ich gab ihr eine Mischung aus. Ich erblickte den Makroring an ihrer rechten Hand, aber diese Komponente war für mich keine Störung.
Wir waren sofort synchron, es gab zwischen uns keine Interferenzen. Dolly war ihr Name und sie hatte ein Zebra-Farbiges Moiree-Kleid aus Timelinen an, das sie bei den Farbtemperaturen ganz schön vorheizte. Darunter trug sie nur ein Netzteil. Ich dachte: Ist sie vielleicht aus dem roten Bereich?
Nein, aber sie leistete trotzdem keinen Widerstand und griff mir Anoden. Wir entschlossen uns, in eine Austastlücke zu verschwinden. Wir gingen auf den Close-up, obwohl es dort nach Time-Kot stank. Ich wollte sie direkt auf dem Panpot nehmen. Leider hatte sie ihre Drehtage, deswegen konnte ich mein Laufzeitglied nicht in ihre Bildröhre insertieren, aber es gab ja noch das andere Steckfeld.
Wir liefen hoch auf hundert Prozent, ohne Poppschutz, und schnell war alles vollgesmeart. Wir Beta-kamen parallel, und sie schrie, bis sie Sennheiser war.
Nach dem symmetrischen Klimax drehten wir uns erstmal eine lange Tüte, ohne Filter, das machte uns ein wenig Hi8. Wir nahmen einen Bandsalat als Tonaderspeisung zu uns, auch wenn das mich nicht wirklich farbsättigte.
Bei meiner Bandbreite wollte ich meinen Honda nicht mehr selbst nach Hauser aussteuern, sonst würde mich die Polizei noch vor den Gleichrichter bringen. Dann würde ich noch in der Monozelle landen!
Ich sah ja alles verdopplert. Ein Pikofarad hatten wir nicht, und das Bussystem war außer Betrieb. Auch die Leiterbahn fuhr noch nicht. Also nahmen wir das Musiktaxi für die Rückstrecke zu mir in den Auskoppelweg 3 in der Vortrabantenstadt. Sie wohnte nur einen 9-Volt-Block entfernt.
Die Siemenssterne waren bereits verschwunden und die Löschdrosseln sangen schon von den Dächern, als wir uns ins Musikbett legten.
Am nächsten Take wachte ich auf und hatte noch meine Shure an. Ich hatte ich einen extremen Filmriss. Als ich sie dann zum ersten mal im Tageslicht scannte, wusste ich, was passieren kann, wenn man keine Rauschunterdrückung macht und sein Sichtgerät nicht aufsetzt. Da bleib ich doch lieber bei Edit, die hat jedenfalls Charakteristik. Hoffentlich habe ich mir in dieser Nacht keinen Anstecker geholt, TBC oder so.
Dieser kleine Erlebnisbericht wurde zusammengestellt von mir, Dennis Wienicke, Matthias Kunz, Matthias Sparenborg, Philip Prostak und noch ein paar, deren namen ich leider nicht mehr weiss.
22. Januar 2005
Wenn Steffen Simon noch einmal ein Werder-Spiel kommentiert, dann schmeiße ich meinen Fernseher aus dem Fenster!!!!
11. August 2004
Was für ein Spaß am späten Freitagabend. Bundesligaeröffnung im Weserstadion, großes Fußballfest inklusive. Assauer war angesagt, deswegen Vorfreude auf schön aggressive Sprechchöre und entsprechende Stimmung. Obendrauf bester Hochsommer, was kann da schiefgehen, dachte man sich.
Also Badehose und Sonnencreme eingepackt (Stadionbad ist ja nebenan und Pause ist ja auch mal) und dann erstmal Destination Weserbogen. Erstmal Täschchen ins Eckchen und die große Aufbau-Orgie. No probs und Kaffee war auch früh am Start.
Negative Vibes nur durch die ewig hektischen ARD-Reporter, dazwischen die Premiere-Leute mit der Gelassenheit der Alten Hasen. Um 19:30 Uhr nix wie ran ann Arbeitsplatz und erstmal die Optik summen lassen. Bombenstimmung bei "Lebenslang grün-Weiß", echte Gänsehaut!! Dann im Anschluß obendrauf "Das W" und schonmal Füße hochgelegt, doch die waren ganz schnell wieder unten als Kamera, Kommando, Vidiwall und Beschallung die Waffen streckten.
Äh, was? Kein Strom? Bin ich schuld? Kurz alle Möglichkeiten durchgespielt, aber dann erstmal auf Hängematte gemacht: Keine Zuständigkeit meinerseits, die Profis sind auch auf Standby! Erleichterung in jeder Hautfaser, doch was ist jetzt mit Päuschen?
Nundenn, Spieler liessen sich nicht blicken, also erstmal ab inne Regie und Lage checken: Dort auch kein Plan, dafür merkwürdige Pläne, ("Watt? Handyakkus zusammenschalten?"), und: 'ne Info!
Die Kollegen von Zechbau hatten wohl noch schnell das Tagespensum nachholen wollen, was, Stromkabel? Ham wa doch genug von... Durch die Litze!
Also: Latüchten waren down, deswegen auch unsere beiden kleinen Breitwänder. Arbeitstag beendet, dafür schön die Troublemaker beim Cellphonen anglotzen.
Entscheidung dahingehend, den Schiri doch um 21:15 ins Pfeifchen blasen zu lassen. Bloß liessen sich genau da die Flutlichter auch nicht lumpen, um es dann ihren kleinen Kollegen im Stadionrund einer nach dem anderen nachzutun. Herrlich, wenn man damit nichts zu tun hat.
Nach beeindruckender Lightshow (an, aus, an, aus) gings dann ja auch um 21:30 Uhr endlich mit kicken los, was wohl bei einigen ordentlich Erleichterung, uns aber leider noch 'ne Nachtschicht auf der Autobahn beschehrte. So ungerecht kann das Leben sein.
Da sich ja im Nachhinein doch noch herausstelte, daß da wohl eine Muffe nicht so funktioniert hatte, wie sie sollte, will ich mit dem Zitat eine Mitarbeiters der fotografierenden Zunft schliessen: "Hmm, da hat die Lüsterklemme wohl doch nicht gereicht...!"
09. August 2004

Gene Hackman, zu cool um gut zu sein!Der gestrige Sonntag ist abends ja meist immer Fernsehtag. Die Abspielstationen kramen in ihren Archiven, welchen Blockbuster man nun auf den Markt werfen könne. Gestern entschied sich Pro7 für "The Heist - Der große Coup" mit Gene Hackman.
Nach vollzogener Entscheidung meinerseits zwischen "Dragonheart" (kenn ich schon), "Gettysburg" (opulentes Schlachtendrama, leider wohl sehr patriotisch und gehend bis 0:55, was meine weitere
Abndplanung gehörig durcheinander gebracht hätte) und eben "Heist", wurds dann doch Pro7.
Ich räume nämlich der Redaktion von TVSpielfilm immer gehörigen Raum in meinen Entscheidungsvorgang ein, und da dieser Film halt Tagestipp war, erschien um 20:15 Uhr der "Blockbuster"-Trailer des Kirch-Senders auf meiner Glotze.
Dieser Umstand (nämlich der Blockbuster-Trailer) hätte mich eigentlich stutzig machen sollen, schließlich war mir der Film bis dahin völlig unbekannt, obwohl anscheinend ziemlich neu am Markte. Egal...
Die Inszenierung des ersten Überfalls (wo Hauptdarsteller Hackman leider ohne seine Plastikmaske auf Videotape gebannt wird) war zwar nicht sonderlich spektakulär, aber dies hatte ich auch nicht erwartet, schließlich sollte hier wohl nur das Setup für das nun folgende Action- und Plotfeuerwerk gelegt werden...
Reingefallen! Die besten Minuten hatte der Film mit dem Vorspann verspielt. Absolut arme Story, die wohl nur dafür aus war, Gene Hackman auf seine alten Tage noch mal schnell die Rolle der grauen Eminenz aufzudrücken. Die wohl in (schleierhafter) Erinnerung an "Der Clou" reinkonstruirten Wendungen sind absolut vorhersehbar (ok, nicht alle, der mit dem Flugzeug nicht) und völlig absurd. Die Dialoge, die TVS in höchsten Tönen lobt, sind kurz vor der Grenze zur Peinlichkeit, lustig ist dieser Film ums verrecken nicht, obwohl er sich leicht in die Klamauk-Ecke hätte retten können.
Der weiblichen Part (Rebecca Pidgeon) ist.. ich weiß nicht, sie sieht halt nicht besonders gut aus, macht aber auf verführerische Gangsterin und dieser Rolle wird sie nicht so richtig gerecht.
Eigentlich garnicht. Danny DeVito ist schlecht synchronsisiert, und Hackmans Schergen sind völlig
profillos. Dazu kommt ein extrem holpriger Schnitt, der den Gesamteindruck gekonnt abrundet.
Quintessenz des Films: Hackman ist nicht cool, wie er sein soll/will/darf, er ist eben "so cool, daß die Schafe IHN zählen". Und was ist daran bitte cool...?
19. Juli 2004
Unimäßig viel Stress in letzter Zeit, aber seit einer Woche geht es bergauf: freizeit-, wetter- und TourDeFrance-mäßig.
Wie geil ist es, ma wieder Füße hoch und Glotze an, oder radeln oder was weiß ich.
demnächst mehr...
